Modellbau  Jürgensen 

Ybbser Straßenbahn in H0e und andere Spur-0e und -0m-Modelle

    Seite 15:  Die 3. H0-Anlage

                 Neu ab 2021: textlich überarbeitet am 15. 02. 2021

                                 Inhaltsangabe Seite 15:

Pos.  1:  Einführung zur 3. H0-Anlage

Pos   2:  Teil 1 von 2007 bis 2020

Pos. 1: Einführung zur 3. H0-Anlage

Es dauerte, bis das Thema "H0-Anlagen"  in Schwung kam. Es gab ja auch genug anderes aus der Hobbyecke und die Zeit will eingeteilt sein.

Und dann werden Fotos gesichtet aus näherer Zeit ab 1998, kramt aus Fotokisten uralte Papier-Bilder hervor und erblickt Schätze in ungeahnter Fülle. Zeitsprünge von 30, 40, 50 und 60 Jahren (mein Alter ist inzwischen 80 +) vollziehen sich schneller vor und zurück als in einem Science-Fiction-Roman.

Auch Fotos von sich selbst sind dabei und wirken höchst "erschröckelig" und belustigend zugleich. Donnerwetter, da bin ich aber in ein großartiges Abenteuer gefallen. Mindestens drei H0-Anlagen haben das Modellbahnerleben geprägt.

Die Erste kennen Sie von Seite 10 aus der Jugendzeit: "Mit H0-Märklin fing es an".

Die zweite H0-Anlage entstand in der Zeit von 1971 bis 1978 in einem vom 2. Weltkrieg verschont gebliebenen 4-stöckigen Jugendstilhaus mit einem Flur von gut 9 m Länge und einer Deckenhöhe von knapp 4 m. Das war der Raum für eine Hängeanlage unter der Flurdecke mit Flaschenzügen, Arretierungsautomatik und Fahrbetrieb mit zeitgemäßen Blocksystemen.

Die dritte und letzte H0-Anlage entwickelte sich ab 1979 in einem renauvierungsbedürftigen Fachwerkhaus. Dieses historische Haus brauchte Zuwendung und es entstand ein besonderes Hobby, das mir bis heute treu geblieben ist. Ein drittes Hobby gesellte sich dazu, ein historisches Thema aus dem Mittelalter über ein Grafengeschlecht aus unserem Dorf. www.grafenvonwassel.de

Und es entstand hier eine vierte Anlage. Eine Spur-N-Spielanlage für die Töchter meines Bruders. Eine offene, überschaubare 2,8 mal 0,8 m große Anlage auf zwei Ebenen für Äk`schen (Aktion) mit vier Zügen auf genauso vielen unabhängigen Stromkreisen, die bei 12 Volt mit voller Pulle über die Gleise jagten. Geregelt wurde nicht am Trafo (nur Notaus). Die Kinder hatten Stellung bezogen an manuell zu bedienenden strategisch wichtigen Weichenpaaren und lenkten auf Sicht die "wilden Züge im Eisenbahnkessel" mit "fliegenden Gleiswechseln" von einem Stromkreis.zum anderen und zurück. Je höher der Kreischpegel der Energiebündel (Kinder), um so größer die Wahrscheinlichkeit einer nicht mehr abwendbaren Massenkarambolage. Aber Übung macht den Meister. Leider, kann man sagen.  Es ist wie bei der Seniorengymnastik in der Sporthalle: konnte man die Übung, sollte eine neue her. Bei den Kindern war es gemauso: Nachdem diese alle Möglichkeiten ausgekundschaftet hatten, wurde es für die kleinen Köpfe langweilig und die Anlage versank fast 40 Jahre lang in einen Dornröschenschlaf. Es gibt den Gleisplan noch, die offene Anlage und einen kurzen Film dazu.

 Pos  2:  Teil 1 von 2007 bis 2020

Die 3. H0-Anlage sollte leise sein, Oberleitungsbetrieb andeuten, ein Bahnhofsvorfeld mit Blocksignalen ohne Funktion darstellen, mindestens vier Züge unabhängig fahren lassen, gerade Tunnelein- und -ausfahrten für maßstäblich lange D-Zugwagen haben, Aufbau und Betrieb mir nicht unnötig Zeit stehlen, digital Sx ermöglichen und das Wichtigste: Eisenbahnatmosphäre ausstrahlen ohne Schotter, Sand und Gras.

Leiser Betrieb heißt Verzicht auf jede Art von Einschotterung mit nässenden Klebern. Loser Schotter und Sand stören hingegen nicht, kamen aber nicht auf die Anlage. Am Anfang waren es nur vier ovale Kreise. Die schlanken Roco-Weichen gab es erst später und da entwickelte sich schon vermehrt Interesse an Spur 0 und Spur 0e. (siehe Seite 08)

Dunkelgrauer lose aufliegender Nadelfilz ( 6 mm dick ) war es hier, der nur das Rollgeräusch vom Gleis reflektierte und jede Resonanz zum Unterbau unterband. "Genagelt" wurden die Gleise mit gekürzten Nägeln nur in den Filz. Punktuell wird der Filz mit doppelseitigem Klebeband auf dem Unterbau gehalten. Wenn Sie der viele Text nicht genervt hat und mehr wissen möchten, dann kommen Sie mit und schauen mal.

Unter der Dachschrägen ist der vorgesehene Platz.für die 3. H0-Anlage. Auf Seiten 04.1 und 04.2 "0m-Anlage Badeweiler" sind Fotos dabei, die diese H0-Anlage wiederholt zeigen.

Bild  01: Stand 2019/2020.  Das Geländer vorne rechts umfasst den Deckendurchgang. Das schwarze Sideboard im Blickfeld  hat eine Höhe von 66 cm und trägt das vordere H0-Anlagenbrett. Die Sideboardhöhe war ideal für die optimale Anlagentiefe unter der Dachschrägen. Das Möbelstück konnte bleiben. Die Raumlänge vom Fenster links bis zur Wand rechts misst 3, 80 m. Zwischen den Tunnelöffnungen links und rechts liegt eine 2,3 m sichtbare Gleislänge. Hinter den Tunnelportalen geht es entsprechend der ca. 30 cm langen D-Zugwagen geradeaus weiter, erst dann folgen die jeweils vier Gleisovale. Überbreite Tunnelöffnungen sollte es auf dieser Anlage nicht geben. Der Schreibtisch hinter dem Stuhl ist ein Türblatt.

Bild  02: 13 Jahre zurück. 2007 war die Spur 0 ein Thema geworden, wie die Fahrzeuge oben auf dem extra unter der Mittelfette angeschraubten Bord erkennen lassen. Alle H0-Gleise und Weichen waren darunter zu dieser Zeit schon ausgelegt. Die Bahnbetriebswerke links und rechts sind bewusst in den Vordergrund gerückt. Hier gibt es immer was zu gucken und die Loks können ohne Störung des Restbetriebes von Bw zu Bw über die ganze Länge von 3,8 m bewegt und getestet werden.

Der Eingang zur Dachschrägen lässt sich auf dem Bild gut beschreiben: Das Sideboard endet vor dem querliegenden Türblatt (Schreibtischplatte unter dem Fenster hinten) und lässt den Raum zur Fensterwand frei. Das ist der Durchlass zur Anlagenmitte. Auf allen Vieren kriechend unter die Schreibtischplatte nach rechts parallel zur Außenwand linker Hand und Sideboardende rechter Hand in Richtung Dachschräge vorrücken und nach dem Passieren der Sideboardrückwand nach rechts in Richtung Raummitte weiter tiefgeduckt vorstoßen. Nach ca. 1,8 m sitzt man auf dem Fußboden, hebt den Kopf und guckt in den Raum. Man kann Schienenputzen, seine bisherige Arbeit bewundern, hat den Regler und das Telefon mitgenommen, legt das Auge an den Anlagenrand und bringt den 24-Wagen-Güterzug auf der Innenbahn betriebsgerecht digital in Bewegung. Die Fotos dazu folgen ab Bild 15.

Bild  03:  Das wandseitige H0-Tunnelportal. Auf dem Spur-0-Brett oben, ist auf zwei parallelen, geraden Gleisen und vier Weichen digitaler Normalspur-Betrieb möglich.

Bild  04: Oben auf dem Bord liegen die Peco-Spur-0-Gleise noch heute. Für die Spur-0m-Anlage-Badenweiler (Seite 04.1 und 04.2) wurde das Bord bis zur Abschlusskante der H0-Anlage nach vorn erweitert.

Sehr wichtig sind bei mehrgleisigen Tunnelöffnungen Trennwände, die hier durch den Fotoblitz besonders gut sichtbar sind. Das fünfte Tunnelportal links war für einen automatischen Pendelzugbetrieb mit Triebwagen vorgesehen. Ein Trassenbrett hätte angebaut werden müssen und das war dann doch zu stressig. Die schmale Spur 0e im Maßstab 1 : 45 bestimmte zunehmend meine Interessen.

Bild  05:  Der Innenraum unter der Dachschrägen ist tiefschwarz gestrichen und wird hier schon gut sichtbar. Die vier Gleisovale vorn und hinten an der Wand im Überblick. Die Farbe des Nadelfilzes ist als schottergrau akzeptabel. Im Vordergrund zwischen dem 2. und 3. Gleis liegt ein flacher Weichenschieber mit einem am Ende abgewinkelten Griffteil. Das andere Ende trägt einen aufgelöteten Mitnehmerdorn für die Stellzunge der Weiche. Platziert sind die Weichenschieber unter dem Nadelfilz. Sie werden bedient vom vorderen Anlagenrand. Bild 12 zeigt mehr.

Bild  06: Die H0-Anlage bei Tageslicht im Febr. 2020. Oberleitung war damals ein Muss.

Bild  07: Die Bilder 06 bis 11 sind vom Februar 2020. Über der H0-Anlage schwebt inzwischen das breite Schmalspurbrett mit dem Bahnhof Badenweiler drauf und ist von unten weiß gestrichen. Es liegt rechts auf dem schmalen -von unten schwarz gestrichenem Spur-0-Brett (siehe Bild 04) und links auf einem durchgehenden Alu-Rechteckprofil, gestützt von zwei schwarzgestrichenen senkrecht stehenden Alu-Rohren, die mit Rohrschellen am Sidebord vorne eingeklemmt sind. 

Bild  08: Links hinten unter der Dachschrägen steht der IC aus früherer Zeit (Limawagen). Die hinteren vier parallelen Gleise sind Schattenbahnhof und Bahnhof xy zugleich. Zwischen den Hauptgleisen vorne wurde leicht verschwenkt, wie auf dem nächsten Bild noch besser erkennbar ist.

Bild  09: Ein Bahnhofsvorfeld mit Blockstellen war die Idee. Alle Betriebssituationen waren möglich und sichtbar, automatisch und/oder manuell beeinflusst. Keine Bahnsteigüberdachung verdeckt die rollenden und stehenden Züge. Gemessen an der Lage der Bw- und Abstellgleise liegt der imaginere Bahnhof in Richtung Fenster.

Bild  10: Beim zweigleisigen Vollmer Lokschuppen hinten rechts wurde der Gleisabstand verringert. Das vierte Gleis im Vordergrund von rechts ist ein Stumpfgleis. Das fünfte Gleis ein Überholgleis für den Außenkreis ( 6. Gleis von rechts ). In Bildmitte sind die vier Tunnelöffnungen für die vier Hauptgleise zu sehen. Die fünfte Tiunnelöffnung ganz links war für einen Pendelverkehr von E-Tws gedacht, wurde aber nicht realisiert.

Bild  11: Das Gegenstück an der Fensterseite. Das Stellwerk hinten rechts verbirgt den Blick auf die fünfte und sechste Tunnelöffnung für den angedachten Pendelzugverkehr wie unter BIld 10 beschrieben.

Bild  12: Der Blick gilt dem drei-ständigen Dampflokschuppen. Und Sie wissen es ja, man muss nur den Stuhl wegnehmen, um zur Morgengymnastik zu gelangen. Auf dem Fußboden liegt ein Handstaubsauger an der Wand. Vom späteren Schmalspurbrett noch keine Spur.

Bild  13:  Ein dreiständiger Ringlokschuppen wurde rechteckig und passte sehr gut dort hin im Schreibtischbereich. Der Trafo liefert Strom für den einzigen Weichenmagnetantrieb, verdeckt durch das Tunnelgebilde. Über dem linken Modellbaum im Bw ist weißgestrichen die abschließende linke Rohrstütze für das Schmalspurbrett zu sehen. Die herunterhängenden Kabel gehören zur 0-Drehscheibe oben drüber.

Bild  14: Dampfloks kann man immer angucken. Heute fahren sie ja leise, aber früher waren die lauten Motorgeräusche nervig und "dampflokabträglich".

Bild  15: In der eingenommenen Kriechposition ergeben sich neue Perspektiven. Das Foto zeigt die Situation von 2007 noch ohne das 0-Brett, dass erst ab 2008 kam. Und jetzt wird gekrochen ohne zu stöhnen und landen gemäß dem folgenden Bild 16 vom Januar 2019 gut 12 Jahre später unter der gleichen Dachschrägen aber mit mehr Brettern darüber.

Bild  16: Sitzend auf dem Fußboden ergeben sich 2019 ganz neue Aussichten. Direkt über dem Kopf das alte Spur-0-Brett, von unten schwarz gestrichen und links daneben das vorgebaute Schmalspurbrett, weiß gestrichen. Der 24-teilige Güterzug steht am Innenkreis und ist abfahrtbereit, wie die anderen drei Züge auch.

Bild  17: Durch die Überbelichtung wird der Raum unter der Dachschrägen gut sichtbar. Da, wo die Kartons lagern, sind wir von links kommend, reingekrochen. Schienenputzen ist Innen kein Problem.

Bild  18: Blick in den Raum. Hinten -unter der gegenüber liegenden Dachschrägen- ist die Trogstrecke der Schmalspur-Rundumanlage über der Sofabank erkennbar.

Bild  19:  Der Blick in Richtung Wand. Hier zeigt sich auch, dass für den erwähnten Pendelzugverkehr das Gleisbrett zu schmal war. Die Güterwagendächer wurden inzwischen mit Pinsel und Staubsauger vom Staub befreit. Gehört zum Hobby. 

Bild  20:  Zuganfang und-ende vom IC sind gut erkennbar. Vier gekaufte parallele Gleiskreise sorgten für einen schnellen Aufbau an den Anlagenenden. Für den Digitalbetrieb gibt es innenseitig noch keine Anschlussdose, deshalb hängt das Kabel vom Handregler über dem Tunnelportal. Inzwischen geht es kabellos mit Smartphone und  Funkmodul von Fa. Stärz für Sx und DCC.

Das neue Smartphone macht gute Bilder und Videos. Alle vier Züge in Betrieb, den Effekt der Geräuschdämmung zu Gehör bringen und visuell die Züge mit den Augen verfolgen...es hat mich jahrelang begeistert. Und heute steht der H0-IC -wenn keiner guckt- oben auf den 0e-Gleisen - und donnert auf den klassisch eingeschotterten Badenweiler Bahnhofsgleisen fast zum Fürchten laut...Und auch das macht Freude, mal gegen jede Regel zu sein und den Regler voll aufzudrehen, was bei digitalem Betrieb leider ohne Effekt bleibt. Aber damals im analogen Zeitalter hatte das was!

Fortsetzung folgt.                

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Neu ab März 2020: die dritte H0-Anlage