Modellbau  Jürgense

    Ybbser Straßenbahn in H0e und  andere Spur-0e und -0m-Modelle

                Seite 15

         Winterarbeiten 2018 / 2019

             Pos. 01:  Der Rügenwagen

             Pos. 02:  Der Triebwagenanhänger

Wie so oft in unserem Modellbahner-Leben, meldeten sich fast "unverhofft" viele  interessante Baustellen in den Wintermonaten an. Je kürzer die Tage, um so länger wurden die Träume- und Spekulierstunden, in die man sich gut verlieren und total entspannen kann.

Ich nahm "Witterung" auf zu der "Hardware" - Schluss mit der Träumerei -  und es sammelte sich Energie, Neugierde und Konzentration. Und diese Eigenschaften schafften es, aus der Vielzahl meiner Wünsche den Wunsch sichtbar zu machen, mit dem ich am liebsten anfangen möchte. Na endlich !!

Auf Seite 01 habe ich mich getraut, gleich nach der Einleitung die "Wintererlebnisse" mit einem * zu versehen. Wenn Sie möchten, kommen Sie jetzt mit.

                  Pos. 01: Der Rügenwagen

Bilder sagen mehr als viele Worte. Es folgt das erste Bild vom fast fertigen Waggon. Bei Interesse lesen Sie bitte weiter oder scrollen zu den folgenden Positionen.

Bild 01:  Der maßstäbliche 4-achsige Rügenwagen mit Übersetzfenster und entsprechender Farbgebung. Gebaut aus zwei Fleischmann Magic-Train Personenwagen, hingestellt auf die H0e-Anlage, die - wie Sie von Seite 03 wissen - bei mir im Bastelraum steht. Das Foto datiert vom 16. Dez. 2018.

Schuld am Bau dieses Waggons haben die Mansfelder Lok 5 von Seite 11 und der verlinkte Film gleich am Anfang der Seite. Da fährt diese Lok mit ihrem 8-Wagenzug durch die Winterlandschaft und es klacken die Räder beim "Überrennen" der Schienenstöße und die Lok bringt volle Leistung, so, wie es dem Lokführer sichtbar gefällt. Der Film zeigt aber auch, dass alle Personenwagen sächsischer Bauart sind mit genieteten Gurtbändern in Fliucht mit den Außenwänden des Wagenkastens. Diese Ausführung gefällt mir nicht, auch deshalb nicht, weil ich sie nicht nachbilden kann. Hier der Link zum Film:

             https://www.youtube.com/watch?v=M2oTjMpkpx4

Das große Rügenbuch musste her. Auch brauchte ich Angaben zu den RAL-Farbtönen der Anhänger. Im Rügenbuch wurde ich fündig. Auf Seite xxx gibt es den Wagen yyy in Stirn- und Seitenansicht mit einer Stahlstabverstärkung des Wagenkastens direkt unter den eingerückten U-Trägern, die ich mit meinen Mitteln bauen konnte. Siehe Bild 02:

Bild 02:  Die Verstärkung des U-Trägers mit Stahlstäben wird hier sichtbar. Im Juli 2017 fing es an mit dem Wagenbau. Vier baugleiche Waggons, den signalbraunen Speisewagen und den Fahrradwagen dazu, gezogen von der Mansfelder Lok und das fertig zur NuSSA 2018. Ein tolles Vorhaben, ich war begeistert. Die Ernüchterung kam schnell. Der Bau der Plattformen mit Schwenktüren und den Seitenblechen war gute Knobelarbeit, aber das Fensterband fand keine Zustimmung. Lesen Sie bitte weiter unter Bild 03, so Sie mögen.

Bild 03:  Datum 27. Juli 2017. Auf dem Tisch liegt die Mansfelder Lok. Rechts steht auf dem mehrspurigen Testgleis der erste und einzige 0e-Rügenwagen mit dem eingesetzten weißen Fensterband aus 3 mal 0,5 mm dicken Polystyrolplatten (zum Einschieben der Fensterfolie von oben) und der ersten Plattform aus gleichem Material. Die Fenster sind per Hand ausgeschnitten und konnten nicht überzeugen. Die Fensterwand zeigte Verwerfungen durch den lösungsmittelhaltigen Kleber, die ich nicht korregieren konnte. Und wie wollte ich die Übersetztfenster nachbilden. Das Projekt verschwand vom Tisch. Die NuSSA 2018 kam Anfang März. Auf zum Henke-Stand und der liebe Inhaber Herr Frank G. hatte was, geätzte Übersetzfenster mit Kippteil. Maße genommen und im Dezember 2018 waren sie da.

 

Bild 04:  Diese aus NS geätzten filigranen Übersetzfenster haben auf der Rückseite tatsächlich Anschlagkanten. Das Bild zeigt die Wirkung der schwarz gespritzen Rahmen auf dem fertig lackierten Wagen. Meine per Hand ausgeschnittenen Fensterbänder waren gegen diese gefrästen Fenster viel zu grob. Ein anderer Weg musste her. Bild 05 zeigt die Lösung.


Bild 05:  Vollflächige Seitenwände aus 1,5 mm dickem Polystyrol, genau gefräst und auf der Rückseite hinterfräst bis auf 0,5 mm Wanddicke für ca. 0,5 mm dicke Kunststofffensterscheiben hatte ich inzwischen bestellt. Der Wagenkasten wurde in Längsrichtung mit der Laubsäge geteilt und zuzüglich der 3mm ( zwei mal 1,5 mm neue Wanddicke ) auf die maßstäbliche Breite reduziert. Das Original-MT-Fensterband (auf dem Bild 8-teilig durch die beiden zusammengeklebten 4-fenstrigen MT-Wagen) wurde mit der Laubsäge entfernt.

 

Bild 06:  Die Plattform wurde gelötet. Die Pufferbohle aus Ms-U-Profil erhielt zwei Stifte aus Rundmessing, die in Richtung U-Profile des Wagenkasten zeigen. Dazu Flach- und Rundstäbe. Die Türscharniere werden gerade angelötet an vorher aufgezogene Rohrstücke. Die beiden U-Hauptträger sind Polystyrol-Profile, mit dem Wagenkasten verschraubt und durch Querstäbe versteift. Mit den Stiften wird die Plattform auf die am Ende zwischen den U-Profilen eingeklebten Querstücke aus Polystyrol in die eingebrachten Bohrungen eingeschoben bis diese die Stirnwand des Wagenkastens berührt. Die Lackierung der Stirnseiten des Wagenkastens wurde so recht bequem.


Bild 07:  Blick in den Wagenkasten. Die hintere Endwand links mit der asymmetrischen Eingangstür. Die Mittelwand gebildet aus den Stirnseiten der beiden Wagenkästen. Der seitliche Durchgang neben der Toilette grob eingesägt. Gegenüber der Toilette ist die Innenseite der aufgeklebten Außenwand mit der Hinterfräsung für die Fensterfolie zu sehen. Der Rückschnitt des originalen MT-Fensterbandes ist auf die Höhe des neuen Fensterbandes abgestimmt.


Bild 08:  Malerkrepp muss sehr gut angerieben werden, da die Trennkanten sonst zu unsauber werden. Das Beige ist gespritzt. Die obere Umlaufkante und der untere Bereich in Höhe der Fensterkanten sind frei zum Farbspritzen von moosgrün.

 

Bild 09:  Und dann wird es spannend, dass Abdeckband abzuziehen. Und?

Dann darf man sich schon mal selber loben.

 

Bild 10:   Der schmale Streifen beige unter dem Fensterband ist der letzte Farbgang. Nach 24 Stunden Trocknung der moosgrünen Farbe kann Malerkrepp fest angerieben werden. Aber zunächst muss der dünne Spalt per Hand abgeklebt werden, was fast ohne Mühe gelingt, da sich das Abklebeband immer wieder leicht abheben und anlegen lässt. Das untrügliche Auge hilft dabei, die Parallelität des Streifens auch zu erhalten. Dann erst das Band anreiben.  


Bild 11:  Ein Wrasenabzug mit vorgebautem Trichter aus Duropur, angeschlossen an den Entlüftungsschacht des ehemaligen Heizöltankraumes. Gespritzt wird mit wasserlöslichen Farben. Nach dem Spritzen wird das Ende des oben zu sehenden Flexrohres abgezogen und der hellrote Schwamm in die Öffnung gesteckt. Die kalte Außenluft bleibt draußen.

Als letzten Farbauftrag werden nach dem vollflächigen Abkleben der Außen-und Stirnwände (siehe Bild 11) der Innenraum anthrazit und der Wagenboden seidenmatt schwarz gespritzt.


Bild 12:  Alle Komponenten liegen auf dem Basteltisch. Es fehlen die Drehgestelle. Das Dach wurde in ganzer Länge schmaler gefeilt und verlängert, wie die Klebepartien zeigen.

Ein schönes Abschlussbild. Von der Zeichnung bis zum vorzeigbaren Modell hat mich die Arbeit viel begeistert und wenig genervt. Danken möchte ich Herrn Frank G. von der Fa. Henke, Berlin, ohne dessen Können meine Bastelei nicht entstanden wäre und die nachfolgende Pos. 2 schon gar nicht.  


Bild 13:  Die Achslager und geklebten Drehgestelle sind von den 2-achsigen MT-Wagen. Es fehlen noch die Spiralfedern an den Drehgestellen und die Wagenübergangsführungen an den Plattformen. Aber ein Ziel wurde am 16. Dez. 2018 erreicht. Der Wagen kommt mit zur NuSSA 2019.

Und nun gibt es nur noch Zeit für den baldigen, jährlichen und familiären Weihnachtsbesuch.....

Aber mein Traum vom kompletten Rügenzug ist noch nicht vom Tisch. Es muss wohl doch erst die Lok fertig werden......


      Pos. 02:  Der Triebwagenanhänger

                                  Neu sind Bilder 04 und 05.

Die nächsten vier Bilder zeigen, warum ich noch nicht vom Waggonbau loslassen konnte. Es betrifft meinen ersten 4-achsigen 0e-Anhänger, gebaut aus zwei MT-Waggons. Für die Abmessungen des Wagenkastens gab es Hilfe aus dem Buch über die EPG. Siehe Seite 07, 0m-DWK-Triebwagen.

Der Anhänger sollte größenrichtig zum 0m-Triebwagen passen. Sein Manko: Er hat acht vorbildwidrige Fenster, was mich damals nicht störte. Für mich waren wichtig die richtige Plattformlänge, Wagenkastenabmessungen, die Trittstufenhöhe über SOK und der Drehgestellachsabstand.

Und nun hatte ich die 6-fenstrigen gefrästen Seitenwände für die Rügenwagen. Da besteht doch für die 1:45-Betriebsleitung der Lokalbahn in Sachen Modernisierung des Wagenparks Handlungsbedarf.


Bild 01:  Hier sehen wir meinen Lieblingswagen mit den acht Fenstern im Bahnhof Voßloch. (Siehe Seite 08 auf dieser Homepage und Seite 14 ab Bild 22 bis 24).

 

Bild 02:  Und hier wartet er am anderen Endbahnhof in St. Ormarns auf den nächsten Einsatz. Der Bremsschlauch ist schief, was schnell zu richten war. Aber für die 8 Fenster "braut" sich Jahre später der Umbau zusammen.

 

Bild 03:  Zurück auf der Heimanlage Badenweiler (Seite 04) mit dem Blick auf die Wagenseite, gezogen vom VT 136 (Seite 05).


Bild 04:  Leicht gealterte Plattform und Rostflug.


Bild 05:  Das Suchen hat sich gelohnt. Das erste Foto vom Tw-Anhänger datiert vom 8. Sept. 2008. Unverkennbar zwei Magic- Train Wagen. Wegen der verlängerten Plattformen gab es im Dach die Lücke, die gefüllt wurde mit einem Zwischenstück vom 3. Dach. Der sichtbare weiße Polystyrol-U-Träger verstärkt den Wagenkasten durchgehend ohne Spannwerk. Vorbild waren Anhänger von der EPG-Bahn, siehe Hinweis auf Seite 07.


Bild 06:  Gesagt, getan. Der Anhänger war dank der angeschraubten Plattformen schnell zerlegt. Die etwas längere sechs-fenstrige Seitenwand davor gelegt, ließ im Geiste den Waggon schon fertig erscheinen...Geduld ist gefragt.


Bild 07:  Der Wagenkasten hatte die maßstäbliche Breite und würde durch das einfache Aufkleben der neuen Seitenwände um 3 mm breiter werden und das konnte ich nicht zulassen.


Bild 08: Sägebrett und Laubsäge galt es , so intelligent oder besser so geschickt wie möglich zu nutzen. 3 mm müssen raus, auch vom Dach.


 Bild 09:  Klar, die Stirnseiten sind auch betroffen. An dieser ist das besonders gut gelungen. Im Gegensatz zum schmaleren Rügenwagen bleibt die Eingangstür bei der 0m-Breite mittig.   


Bild 10:  Na ja. Jeder fängt mal an. Hauptsache durch! Hier war mehr Feilarbeit zu leisten. 


Bild 11: Alle Sägekanten sind geglättet und mehrfach zusammengefügt, um zu sehen, ob die Maße stimmen und alles im Lot ist. An Stellen, wo es Durchblick gibt oder auch nicht, werden kleine Polystyrolplatten geklebt, um die Wagenhälften dauerhaft zusammen zu halten.

Als gelegentlicher Motivator dient der Rügenwagen.


Bild 12:  Der Wagen ist fertig. So schnell kann es gehen und welch ein Zugewinn. Für den Seitenanstrich musste der Farbton der Plattformen getroffen werden, denn diese waren sehr gut geraten und dezent gealtert. Das gelang nicht nur für diesen Anhänger, sondern auch für den DWK-Triebwagen. (Seite 07).

Das Bild zeigt, dass der Triebwagenanhänger deutlich höher liegt als der Rügenwagen. was der Maßstäblichkeit entspricht.


Danke, dass Sie mitgekommen sind und Freude an unserem Hobby miterlebt haben. Wenn Sie noch Lust haben, bitte zur Seite 07 gehen, Pos. 0,aktuell 2019, und Bild 10 angucken.


Fortsetzung folgt.