Modellbau  Jürgense

    Ybbser Straßenbahn in H0e und  andere Spur-0e und -0m-Modelle

Seite 13: Payerbach u. 4-Achser

                                    Neu in 2020:                                                Pos.1 0e-Vier-Achs-Anhänger,  Pos.2 0e-Payerbacher 

                 Pos.1:  Vier-Achs-Anhänger

Unter Winterarbeiten 2018/2019 zuerst veröffentlicht auf ex-Seite 15, wurden ab 2020 die 4-Achs-Anhänger dem Payerbacher auf Seite 13 zugeordnet.

Wie so oft in unserem Modellbahner-Leben, meldeten sich fast "unverhofft" viele  interessante Baustellen in den Wintermonaten 2018/2019 an. Je kürzer die Tage, um so länger wurden die Träume- und Spekulierstunden, in die man sich gut verlieren und total entspannen kann.                                                                                                Ich nahm "Witterung" auf zu der "Hardware" - Schluss mit der Träumerei- und es sammelte sich Energie, Neugierde und Konzentration. Und diese Eigenschaften schafften es, aus der Vielzahl meiner Wünsche den Wunsch sichtbar zu machen, mit dem ich am liebsten anfangen wollte. Na endlich.

        Pos. 1a: Der Rügenwagen

Bilder sagen mehr als viele Worte. Es folgt das erste Bild vom fast fertigen Waggon. Bei Interesse lesen Sie bitte weiter oder scrollen zu den folgenden Positionen.

Bild 01:  Der maßstäbliche 4-achsige Rügenwagen mit Übersetzfenster und entsprechender Farbgebung. Gebaut aus zwei Fleischmann Magic-Train Personenwagen, hingestellt auf die H0e-Anlage, die - wie Sie von Seite 03 wissen - bei mir im Bastelraum steht. Das Foto datiert vom 16. Dez. 2018.

Schuld am Bau dieses Waggons haben die Mansfelder Lok 5 von Seite 11 und der verlinkte Film gleich am Anfang dieser Seite. Da fährt die Lok mit ihrem 8-Wagenzug durch die Winterlandschaft und es klacken die Räder beim "Überrennen" der Schienenstöße und die Lok bringt volle Leistung, so, wie es dem Lokführer sichtbar gefällt. Der Film zeigt aber auch, dass alle Personenwagen sächsischer Bauart sind mit genieteten Gurtbändern in Fliucht mit den Außenwänden des Wagenkastens. Diese Ausführung gefällt mir nicht, auch deshalb nicht, weil ich sie nicht nachbilden kann. Hier der Link zum Film:

https://www.youtube.com/watch?v=M2oTjMpkpx4

Das große Rügenbuch musste her. Auch brauchte ich Angaben zu den RAL-Farbtönen der Anhänger. Im Rügenbuch wurde ich fündig. Auf Seite xxx gibt es den Wagen yyy in Stirn- und Seitenansicht mit einer Stahlstabverstärkung des Wagenkastens direkt unter den eingerückten U-Trägern, die ich mit meinen Mitteln bauen konnte. Siehe Bild 02:

Bild 02:  Die Verstärkung des U-Trägers mit Stahlstäben wird hier sichtbar. Im Juli 2017 fing es an mit dem Wagenbau. Vier baugleiche Waggons, den signalbraunen Speisewagen und den Fahrradwagen dazu, gezogen von der Mansfelder Lok und das fertig zur NuSSA 2018. Ein tolles Vorhaben, ich war begeistert. Die Ernüchterung kam schnell. Der Bau der Plattformen mit Schwenktüren und den Seitenblechen war gute Knobelarbeit, aber das Fensterband fand keine Zustimmung. Lesen Sie bitte weiter unter Bild 03, so Sie mögen.

Bild 03:  Datum 27. Juli 2017. Auf dem Tisch liegt die Mansfelder Lok. Rechts steht auf dem mehrspurigen Testgleis der erste und einzige 0e-Rügenwagen mit dem eingesetzten weißen Fensterband aus 3 mal 0,5 mm dicken Polystyrolplatten (zum Einschieben der Fensterfolie von oben) und der ersten Plattform aus gleichem Material. Die Fenster sind per Hand ausgeschnitten und konnten nicht überzeugen. Die Fensterwand zeigte Verwerfungen durch den lösungsmittelhaltigen Kleber, die ich nicht korregieren konnte. Und wie wollte ich die Übersetztfenster nachbilden. Das Projekt verschwand vom Tisch. Die NuSSA 2018 kam Anfang März. Auf zum Henke-Stand und der liebe Inhaber Herr Frank G. hatte was, geätzte Übersetzfenster mit Kippteil. Maße genommen und im Dezember 2018 waren sie da.

Bild 04:  Diese aus NS geätzten filigranen Übersetzfenster haben auf der Rückseite tatsächlich Anschlagkanten. Das Bild zeigt die Wirkung der schwarz gespritzen Rahmen auf dem fertig lackierten Wagen. Meine per Hand ausgeschnittenen Fensterbänder waren gegen diese gefrästen Fenster viel zu grob. Ein anderer Weg musste her. Bild 05 zeigt die Lösung.

Bild 05:  Vollflächige Seitenwände aus 1,5 mm dickem Polystyrol, genau gefräst und auf der Rückseite hinterfräst bis auf 0,5 mm Wanddicke für ca. 0,5 mm dicke Kunststofffensterscheiben hatte ich inzwischen bestellt. Der Wagenkasten wurde in Längsrichtung mit der Laubsäge geteilt und zuzüglich der 3mm ( zwei mal 1,5 mm neue Wanddicke ) auf die maßstäbliche Breite reduziert. Das Original-MT-Fensterband (auf dem Bild 8-teilig durch die beiden zusammengeklebten 4-fenstrigen MT-Wagen) wurde mit der Laubsäge entfernt.

Bild 06:  Die Plattform wurde gelötet. Die Pufferbohle aus Ms-U-Profil erhielt zwei Stifte aus Rundmessing, die in Richtung U-Profile des Wagenkasten zeigen. Dazu Flach- und Rundstäbe. Die Türscharniere werden gerade angelötet an vorher aufgezogene Rohrstücke. Die beiden U-Hauptträger sind Polystyrol-Profile, mit dem Wagenkasten verschraubt und durch Querstäbe versteift. Mit den Stiften wird die Plattform auf die am Ende zwischen den U-Profilen eingeklebten Querstücke aus Polystyrol in die eingebrachten Bohrungen eingeschoben bis diese die Stirnwand des Wagenkastens berührt. Die Lackierung der Stirnseiten des Wagenkastens wurde so recht bequem.

Bild 07:  Blick in den Wagenkasten. Die hintere Endwand links mit der asymmetrischen Eingangstür. Die Mittelwand gebildet aus den Stirnseiten der beiden Wagenkästen. Der seitliche Durchgang neben der Toilette grob eingesägt. Gegenüber der Toilette ist die Innenseite der aufgeklebten Außenwand mit der Hinterfräsung für die Fensterfolie zu sehen. Der Rückschnitt des originalen MT-Fensterbandes ist auf die Höhe des neuen Fensterbandes abgestimmt.

Bild 08:  Malerkrepp muss sehr gut angerieben werden, da die Trennkanten sonst zu unsauber werden. Das Beige ist gespritzt. Die obere Umlaufkante und der untere Bereich in Höhe der Fensterkanten sind frei zum Farbspritzen von moosgrün.

Bild 09:  Und dann wird es spannend, dass Abdeckband abzuziehen. Und?  Dann darf man sich schon mal selber loben.

Bild 10:   Der schmale Streifen beige unter dem Fensterband ist der letzte Farbgang. Nach 24 Stunden Trocknung der moosgrünen Farbe kann Malerkrepp fest angerieben werden. Aber zunächst muss der dünne Spalt per Hand abgeklebt werden, was fast ohne Mühe gelingt, da sich das Abklebeband immer wieder leicht abheben und anlegen lässt. Das untrügliche Auge hilft dabei, die Parallelität des Streifens auch zu erhalten. Dann erst das Band anreiben.  

Bild 11:  Ein Wrasenabzug mit vorgebautem Trichter aus Duropur, angeschlossen an den Entlüftungsschacht des ehemaligen Heizöltankraumes. Gespritzt wird mit wasserlöslichen Farben. Nach dem Spritzen wird das Ende des oben zu sehenden Flexrohres abgezogen und der hellrote Schwamm in die Öffnung gesteckt. Die kalte Außenluft bleibt draußen.

Als letzten Farbauftrag werden nach dem vollflächigen Abkleben der Außen-und Stirnwände (siehe Bild 11) der Innenraum anthrazit und der Wagenboden seidenmatt schwarz gespritzt.

Bild 12:  Alle Komponenten liegen auf dem Basteltisch. Es fehlen die Drehgestelle. Das Dach wurde in ganzer Länge schmaler gefeilt und verlängert, wie die Klebepartien zeigen.

Ein schönes Abschlussbild. Von der Zeichnung bis zum vorzeigbaren Modell hat mich die Arbeit viel begeistert und wenig genervt. Danken möchte ich Herrn Frank G. von der Fa. Henke, Berlin, ohne dessen Können meine Bastelei nicht entstanden wäre und die nachfolgende Pos. 2 schon gar nicht.  

Bild 13:  Die Achslager und geklebten Drehgestelle sind von den 2-achsigen MT-Wagen. Es fehlen noch die Spiralfedern an den Drehgestellen und die Wagenübergangsführungen an den Plattformen. Aber ein Ziel wurde am 16. Dez. 2018 erreicht. Der Wagen kommt mit zur NuSSA 2019.

Und nun gibt es nur noch Zeit für den baldigen, jährlichen und familiären Weihnachtsbesuch.

Aber mein Traum vom kompletten Rügenzug ist noch nicht vom Tisch. Es muss wohl doch erst die Lok fertig werden.

  Pos. 1b: Der Triebwagenanhänger

Neu sind Bilder 04 und 05.

Die nächsten vier Bilder zeigen, warum ich noch nicht vom Waggonbau loslassen konnte. Es betrifft meinen ersten 4-achsigen 0e-Anhänger, gebaut aus zwei MT-Waggons. Für die Abmessungen des Wagenkastens gab es Hilfe aus dem Buch über die EPG. Siehe Seite 07, 0m-DWK-Triebwagen.

Der Anhänger sollte größenrichtig zum 0m-Triebwagen passen. Sein Manko: Er hat acht vorbildwidrige Fenster, was mich damals nicht störte. Für mich waren wichtig die richtige Plattformlänge, Wagenkastenabmessungen, die Trittstufenhöhe über SOK und der Drehgestellachsabstand.

Und nun hatte ich die 6-fenstrigen gefrästen Seitenwände für die Rügenwagen. Da besteht doch für die 1:45-Betriebsleitung der Lokalbahn in Sachen Modernisierung des Wagenparks Handlungsbedarf.

Bild 01:  Hier sehen wir meinen Lieblingswagen mit den acht Fenstern im Bahnhof Voßloch. (Siehe Seite 08 auf dieser Homepage und Seite 14 ab Bild 22 bis 24).

Bild 02:  Und hier wartet er am anderen Endbahnhof in St. Ormarns auf den nächsten Einsatz. Der Bremsschlauch ist schief, was schnell zu richten war. Aber für die 8 Fenster "braut" sich Jahre später der Umbau zusammen.

Bild 03:  Zurück auf der Heimanlage Badenweiler (Seite 04) mit dem Blick auf die Wagenseite, gezogen vom VT 136 (Seite 05).

Bild 04:  Leicht gealterte Plattform und Rostflug.

Bild 05:  Das Suchen hat sich gelohnt. Das erste Foto vom Tw-Anhänger datiert vom 8. Sept. 2008. Unverkennbar zwei Magic- Train Wagen. Wegen der verlängerten Plattformen gab es im Dach die Lücke, die gefüllt wurde mit einem Zwischenstück vom 3. Dach. Der sichtbare weiße Polystyrol-U-Träger verstärkt den Wagenkasten durchgehend ohne Spannwerk. Vorbild waren Anhänger von der EPG-Bahn, siehe Hinweis auf Seite 07.

Bild 06:  Gesagt, getan. Der Anhänger war dank der angeschraubten Plattformen schnell zerlegt. Die etwas längere sechs-fenstrige Seitenwand davor gelegt, ließ im Geiste den Waggon schon fertig erscheinen...Geduld ist gefragt.

Bild 07:  Der Wagenkasten hatte die maßstäbliche Breite und würde durch das einfache Aufkleben der neuen Seitenwände um 3 mm breiter werden und das konnte ich nicht zulassen.

Bild 08: Sägebrett und Laubsäge galt es , so intelligent oder besser so geschickt wie möglich zu nutzen. 3 mm müssen raus, auch vom Dach.

Bild 09:  Klar, die Stirnseiten sind auch betroffen. An dieser ist das besonders gut gelungen. Im Gegensatz zum schmaleren Rügenwagen bleibt die Eingangstür bei der 0m-Breite mittig.   

Bild 10:  Na ja. Jeder fängt mal an. Hauptsache durch! Hier war mehr Feilarbeit zu leisten. 

Bild 11: Alle Sägekanten sind geglättet und mehrfach zusammengefügt, um zu sehen, ob die Maße stimmen und alles im Lot ist. An Stellen, wo es Durchblick gibt oder auch nicht, werden kleine Polystyrolplatten geklebt, um die Wagenhälften dauerhaft zusammen zu halten.

Als gelegentlicher Motivator dient der Rügenwagen.

Bild 12:  Der Wagen ist fertig. So schnell kann es gehen und welch ein Zugewinn. Für den Seitenanstrich musste der Farbton der Plattformen getroffen werden, denn diese waren sehr gut geraten und dezent gealtert. Das gelang nicht nur für diesen Anhänger, sondern auch für den DWK-Triebwagen. (Seite 07).

Das Bild zeigt, dass der Triebwagenanhänger deutlich höher liegt als der Rügenwagen. was der Maßstäblichkeit entspricht.

Danke, dass Sie mitgekommen sind und Freude an unserem Hobby miterlebt haben. Wenn Sie noch Lust haben, bitte zur Seite 07 gehen, Pos. 0,aktuell 2019, und Bild 10 angucken.


 Pos. 2. 0e-Modell des Payerbachers

                                      Neu ab 2020:  -

Das 0e-Modell des Payerbacher wurde bisher beschrieben auf Seite 09 unter Pos. 2. Über die Motorisierung fehlten die Fotos, die ich damals nicht gemacht habe und nach dem Zusammenbau waren Detailaufnahmen nicht mehr möglich.

Dann kam der Absturz des Modells aus ca. 1,7 m Höhe von einer Treppenstufe auf den Holzfussboden am 26. März. 2017. Das war böse. Das so ramponierte Modell eines österreichischen elektrischen Großraumtriebwagens für 760 mm Spurweite meldete sich krachend auf den Basteltisch zurück. Etwas später kam die Idee, dem Modell eine eigene Seite zu geben. Und das kam so:

Die Antriebselemente hatten sich durch den Aufprall vom Gehäuse getrennt, Teile am Dach waren rausgebrochen, das Dach in seiner Länge und das Gehäuse aber ganz geblieben. Zwei Streben an einer Plattform gestaucht und angebrochen. Glück gehabt. Alles reparabel.

Dem Modell fehlten die vorderen Fenster und ein Fahrer. Das ließ sich jetzt nachholen. Für die Lampen und Trittstufen gibt es vielleicht bald eine Lösung. Der Absturz hat mein Interesse an diesem Modell wiederbelebt. Bild 06 zeigt das Ergebnis, allerdings noch ohne Fahrpult und Kurbeln. Die Stellung des Fahrers und seine Handhaltung berücksichtigen die Greifposition zum kommenden Fahrpult.

                          So weit so gut könnte man denken.

Die Wagenkastenbreite war 1,7 mm zu breit und das Modell 3 mm zu hoch über der Schienenoberkante. Donnerwetter. Das konnte ich so nicht stehen lassen. Die folgenden Bilder zeigen mein Handeln noch kurz vor Ostern 2017:

Bild  01:  Mit der Laubsäge ging es am besten. Gut, dass die Plattformen angeschraubt sind. Sie waren schnell abgebaut. Nach guter Überlegung stand die Schnittlinie fest und der Wagenkasten mit den eingeklebten Fenstern war der Länge nach geteilt. Zwei Fleischmann-Magic-Train-0e-Personenwagen bildeten auch bei diesem Modell die Grundlage.

 

Bild  02:  Die Eingangstür an der Stirnseite blieb heil, wie man sieht. Und weil man fast nicht glauben kann, dass der Wagenkasten geteilt ist, als doppelten Beleg dieses zweite Bild.

1,7 mm waren relativ schnell von den Wagenhälften weggefeilt. Zusammengeklebt mit Kibri-Kleber und vereint mit den anschraubbaren Plattformen zeigte sich der Payerbacher mit der wahren Wagenkastenbreite. Na endlich !

Nun war da noch die zu große Wagenhöhe. Verursacht durch die 3mm dicken Filzscheiben zwischen Drehgestell und Wagenkasten. Das war eine Fehlleistung von mir. Die Korrektur wiederum brachte reine Bastelfreude mit bestem Ergebnis. Bild 03 gibt Auskunft.


Bild  03:  Das 1:45 gehaltene Papierbild bestätigt die jetzt tadellose Höhenlage des Modells. Jetzt werden die Antriebsräder im oberen Teil vom Träger des Wagenkastens auch am Modell verdeckt.

 

Bild  04:  Erfreulich. Jetzt ist er wieder ganz.

 

Bild  05:  Der Payerbacher darf wieder gefallen, auch wenn Vieles an ihm fehlt.


Bild  06:  Die erhöhte Position des Fahrers zum Stationsvorsteher ist perfekt. Ebenso der vordere seitliche Dachüberstand durch die schmalere Plattform.


 Bild  07:  Fototermin vor der Badenweiler Triebwagenremise. ( siehe Seite 04 ). Links der noch 3mm zu hohe Wagenkasten des Payerbacher Großraumtriebwagens und rechts gibt es Kreischalarm im VT 136 von den Kindern.

Bild  08:  Die Proportionen Fahrergröße zu den Plattformabmessungen stimmem. Der Abstand des Fahrers zum fehlenden Fahrpult und zur Höhe der Fahrkurbel ist einkalkuliert.


                Das Vorbild:


Es folgen der von Seite 09 bekannte Einführungstext und neue Fotos:

Das erste Foto vom Original Payerbacher sah ich im Buch "Schmalspurig durch Österreich" vom Slezak-Verlag Wien. Das schwarz-weiß-Bild zeigte ein unglaublich großes Fahrzeug auf 760 mm Spurweite. Das Dach musste irgendwie weiß gestrichen sein, war es doch gegen den hellen Himmel auf dem Bild nicht auszumachen. Jedenfalls war ich dem größten je in Österreich gebautem elektrisch betriebenen Schmalspurfahrzeug begegnet, dass mit den Schwesterfahrzeugen viele Jahre zwischen Payerbach und Hirschwang in der Nähe von Wien erfolgreich im Einsatz war.

Nach Verschrottung und Abverkauf der Fahrzeuge, gelang es den Freunden dieser Touristikbahn, auf der Basis von zurückerworbenen Restbeständen, fabrikneue Fahrzeuge herzurichten und musealen Betrieb zu betreiben. Eine tolle Leistung.

Das Modell in Spur 0e wollte ich bauen. Es wurde eine echte Herausforderung, dieses 4-achsige hochbeinige Fahrzeug im Maßstab 1:45 umzusetzen. Fertig ist es noch nicht. Die Lampen zum Beispiel, der Dachbereich, die Auftritte und Drehgestelle fehlen noch.


                      Die Motorisierung:


2 Meter Achsabstand, Speichenräder mit 860 mm Durchmesser und 760 mm Spurweite sind für Spur 0e im Maßstab 1:45 umzurechnen. Die richtigen Schmalspurgleise von Peco mit 16,5 mm Spurweite waren vorhanden. Die H0-BR 78 von Fleischmann hat die passenden Räder mit 19 mm Durchmesser. Blieb noch das Fahrgestell. 44,45 mm sollte der Radabstand rechnerisch sein. Rocos H0-BR 58 treibt ein dreiachsiger Tenderantrieb mit 45 mm Achsabstand. Ein halber Millimeter (mm) zuviel war in Ordnung. Die Abweichung betrug nur 1 %.

Bild  09:  Die beiden modifizierten Drehgestelle aus dem 3-achsigen Roco-Tenderantrieb. Links mit neuem Antrieb. Jede zweite Radspeiche wurde mit der Laubsäge entfernt. Die Radreifen sollen noch mit einem Papierring verstärkt werden, was bis heute aber ausblieb. Rechts ein Blick auf das entkernte antriebslose Drehgestell. Eine Stromabnahme fehlt noch, ist aber für den Testbetrieb  nicht unbedingt erforderlich. Das liegende Antriebsdrehgestell links stützt sich auf dem Getriebekastendeckel ab.

 

Bild  10:  Der Decoder über dem linken Radsatz liegt unterhalb der Plattform und störte dort aber das Höhenspiel des Drehgestells und liegt heute lose im Getriebekasten. Der Motor mit Schwungmasse von einem 2-achsigen Tillig H0-Triebwagen hat Platz im Wagenkasten, der im Boden einen Ausschnitt erhielt. Die Abstützung des Drehgestells aus Polystyrolplatten halte ich in der Hand und zeige, wo sie auf dem Motorschild aufgeklebt war.


Bild  11:  Zwei Polystyrol- und eine Filzplatte mit eingelassener M3 Schraube sind jetzt oben auf dem Motor verklebt. Das Drehgestell wird um 180° gedreht eingebaut. Die Filzplatte verhindert Resonanzgeräusche im oder am Wagenkasten und stützt sich am Boden des eingeklebten Getriebekastendeckels, erstmals im Bild 09 gezeigt- ab. Siehe nächstes Bild.

 

Bild  12:  Die Öffnung im Wagenboden ist groß genug, um das Drehgestell-Antriebspaket mit der M3-Schraube in die Bohrung des auf dem Fahrzeugboden aufgeklebten Getriebekastendeckels einzuführen.


Bild  13:  Der von Innen auf dem Wagenboden aufgeklebte Getriebekastendeckel (links oben) aus Polystyrolplatten bleibt unter der Fensterkante und zeigt, welchen Raum er im Wagenkasten einnimmt. Das Antriebsdrehgestell steht wieder falsch rum und wird um 180° gedreht eingebaut. Das Innere des Wagenkastens ist antrazit gefärbt. 


Bild  14:  Eine Zahnradkette verbindet die drei Achsen im Tenderantrieb von Rocos H0-BR 58. Wegen der neuen großen Räder ergab sich ein anderes dynamisches Verzögerungsspiel  zwischen den beiden äußeren Achsen, das zu unerwünschten Längsschwingungen führte und auch nicht durch Decodereinstellungen verändert werden konnte. Die Zahnradkette war schnell entfernt und der Einachsantrieb schaffte auch ohne Haftreifen eine genügende  Antriebskraft. Einen zweiten Motor wollte ich in das andere Drehgestell nicht einbauen.

Der flache Tilligmotor erlaubte auch die Entfernung eines Zahnrades zwischen Schnecke und Antriebsachse, so dass die Antriebseinheit deutlich niedriger wurde und der einzuklebende Getriebekastendeckel unter der Fensterkante bleiben konnte. Siehe Bild 13.


Bild  15:  Für das antriebslose Drehgestell musste der Wagenboden nicht geöffnet werden. Auf einer Filzunterlage (hier beige im Foto) ist quergelegt eine Polystyrolplatte mit eingeklebter Senkschraube. Abgedeckt in Längsrichtung mit einer Transparentfolie der passenden Höhe wegen, auf die das Drehgestell geklebt ist. Im Wageninneren wird das Drehgestell mit zwei Muttern gesichert. Siehe  Bild 17.

 

Bild  16:  Reichlich Spiel und Platz zum Ausschwenken des Drehgestells ist vorhanden.

 

Bild  17:  Die Befestigung des antriebslosen Drehgestells mit Kontermutter links auf dem Wagenboden. Die Plattformbefestigung wird hier sichtbar an der zweiten daneben gestellten Plattform rechts. Unten im weißen Rahmen mit zwei eingeklebten M 1,6 mm Schrauben und oben mit zwei Holzschrauben durch die Stirnwand verbunden.


Bild  18:  Die herausgebrochene Dachkante ließ sich gut einkleben. Die Dachendstücke sind aus Balsaholz, die Oberfläche mit Sekundenkleber verstärkt und die vordere Wölbung mit Zweikomponentenkleber geformt. Die beiden vorderen Fensterholme konnten fast spurlos in ihre Position eingepasst und mit Sekundenkleber gesichert werden. Glück gehabt.

 

Bild  19:  Blick in den langen Wagenkasten auf die Klebestelle, wo die beiden  Fleischmann-MT-Personenmagen stirnseitig zusammen geklebt sind. Die Kontaktflächen der beiden Stirnseiten wurden so klein wie möglich gehalten, um den Großraumeindruck des Vorbildes zu erhalten. Die oberen Dachträger sind abgetrennt von beiden Gehäusen, zusammengeklebt und separat eingesetzt.


                 Farbspritzen


Bild  20:  Die Spritzkabine. Ein handelsüblicher Wrasenabzug an der Wand. Dahinter ein Entlüftungsrohr nach draußen. Davor Styrodurplatten mit Montagekleber trichterförmig verbunden. Genutzt werden Acrylfarben und eine einfache Gesichtsmaske. Die Saugfläche des Wrasenabzuges ist mit einem dicken, offenporigen Vlies abgedeckt und wird gelegentlich gewechselt.

 

Bild  21:  Immer wieder spannend die Entkleidung. Hier ist es Malerkrepp. Die kastanienbraune Fensterbrüstung wurde hier gespritzt. Zuvor der Innenraum in einem Holzton, wie Bild 22 zeigt.


Bild  22:  Blick in die Kanzel mit dem helleren Holzton.  


Bild  23:  Sorgfältiges Abdecken und ein gut kalkulierter Spritzplan führten zum Erfolg.


Bild  24:  Die Stirnseiten werden an den Wagenkasten angeschraubt. Diese lösbare Verbindung erleichterte die Farbgebung sehr.

 

Bild 20:  Von den Museumsbahnbetreibern gab es RAL-Farbauskünfte. Persönlich habe ich die Original-Fahrzeuge noch nicht gesehen. Fa. Revell empfahl Mischungsverhältnisse. 

                                    

         Ein paar Fotos vom Modell

         

Bild 21:  Zwei Personenwagen von Fleischmann-Magic-Train (MT) hatten zusammengklebt die nötige Wagenkastenlänge und - breite. Die Fensterreihung und -größe wurde mit Polysterolplatten maßstäblich gestaltet. Der zu hoch liegende Wagenkasten und die zu große Kastenbreite sind hier noch nicht korregiert.

                   

Bild 22: Auch dieses Foto hat nur noch Erinnerungswert. Der Wagenkasten ist schmaler geworden und in der Höhe deutlich abgesenkt.


Bild 23:   Fast beängstigend: 760-mm-Spurweite zu über 2,4 m Wagenkastenbreite. Beeindruckend ist die Aufstiegshöhe zur Plattform.


Bild 24:

 

Bild 25:

 

Bild 26:  Inzwischen ist der Scherenstromabnehmer auf dem Dach. Die Holme müssen noch schmaler gefeilt werden. Die Endstücke des MT-Daches entstanden aus Balsaholz und wurden mit Kibri Betonfarbe schleiffähig aufgedickt.  Eine Polystyrolleiste, angeklebt an die jeweilige Längsseite des MT-Daches ergab die gewünschte Dachverbreiterung. Die mehrfach aufgetragene dicke Betonfarbe zwischen Leiste und Dach wurde nach dem Trocknen rund geschliffen.


Bild 27:


Bild 28:

 

Bild 29:  Beim 3-D Drucker Shapeways gibt es ein Gehäuse des Payerbachers als H0e-Modell zu kaufen. Sehenswert, was da inzwischen Alles so angeboten wird.  www.shapeways.com  Dort den Suchbegriff:  H0e-Payerbacher eingeben. Bild 29 zeigt deutlich die Passarbeit von Dach und Vorderfront des Tws. 

Für den am Original interessierten:

Es gibt Beiträge im Internet unter YouTube zu entdecken. Hilfreich sind Suchwörter wie Höllentalbahn, Payerbach,  Hirschwang. 


Bild 30: Drehgestellblenden. Auf diese Fertigung freue ich mich. Hier zeigt sich, wie filigran das Fahrwerk ist.

                                          Fortsetzung fogt.

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